Pflegegrad verständlich vorbereiten

Pflegegrad-Check mit MD-Gesprächszettel

Gehe die Begutachtungsbereiche Schritt für Schritt durch. Entscheidend ist nicht nur, ob etwas grundsätzlich geht, sondern wie viel personelle Hilfe im echten Alltag nötig ist.

Nicht schönreden – nicht übertreiben

„Kann er das?“ ist oft die falsche Abkürzung

Bei der Begutachtung wird die Selbständigkeit bewertet. Deshalb reicht ein bloßes „Ja, er kann Zähne putzen“ häufig nicht aus, wenn die Tätigkeit ohne Hilfe nicht sinnvoll zu Ende geführt wird.

Zu kurz

„Ja, Zähne putzen kann er.“

Aussagekräftiger

„Er kann die Zahnbürste selbst benutzen. Ohne Unterstützung beendet er das Putzen aber nicht zuverlässig. Ich muss ihn mehrfach auffordern, den Ablauf lenken und anschließend kontrollieren bzw. nachputzen.“

Das Beispiel ist nur eine Formulierungshilfe. Im Check sollst du ausschließlich das auswählen und beschreiben, was tatsächlich zutrifft.

Schritt 1 von 9
Vorbereitung
Wichtig: Der Assistent hilft bei der Vorbereitung. Die verbindliche Einstufung trifft die Pflegekasse auf Grundlage der Begutachtung. Bei Kindern unter 11 Jahren ist zusätzlich der altersentsprechende Entwicklungsvergleich maßgeblich.
Grunddaten

Für wen wird der Check ausgefüllt?

Diese Angaben werden nur genutzt, um deinen Antrag und den Gesprächszettel im Browser zu formulieren.

Das Entscheidende

Bewerte den Alltag – nicht die theoretische Fähigkeit

Bei vielen Kriterien gibt es vier Stufen. Wähle die Stufe, die dem tatsächlichen Unterstützungsbedarf am nächsten kommt.

0 · SelbständigDie Aktivität gelingt ohne personelle Hilfe. Bei älteren Kindern kann gelegentliches Erinnern noch altersüblich bzw. selbständig sein.
1 · Überwiegend selbständigDie Aktivität gelingt im Wesentlichen, aber Gegenstände müssen vorbereitet werden oder Aufforderungen bzw. punktuelle Hilfen sind nötig.
2 · Überwiegend unselbständigNur kleinere Anteile gelingen selbst. Umfassende Anleitung, aufwendige Motivation oder lenkende Begleitung ist nötig.
3 · UnselbständigDie Person kann sich an der Aktivität nicht oder nur minimal beteiligen.
Bei jeder auffälligen Antwort notieren:
  • Was passiert ohne Hilfe?
  • Welche Hilfe ist konkret nötig: erinnern, vorbereiten, anleiten, beaufsichtigen, eingreifen, übernehmen?
  • Wie oft ist diese Hilfe nötig?
  • Welche Folgen entstehen ohne Hilfe?
  • Bei Kindern: Was ist im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern zusätzlich nötig?
Modul 1 · 10 %

Mobilität

Wie selbständig kann die Person Körperpositionen wechseln und sich im Wohnbereich bewegen?

Modul 2 · zusammen mit Modul 3 maximal 15 %

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Hier wird nicht Wissen abgefragt, sondern wie sicher Orientierung, Alltagsentscheidungen, Gefahreneinschätzung und Kommunikation funktionieren.

Modul 3 · zusammen mit Modul 2 maximal 15 %

Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Bewertet wird, wie häufig wegen bestimmter Verhaltensweisen personelle Unterstützung erforderlich ist.

Modul 4 · 40 %

Selbstversorgung

Hier liegen viele typische Missverständnisse. Nicht nur „kann grundsätzlich“, sondern die tatsächlich erforderliche personelle Hilfe zählt.

Beispiel Zahnpflege: Kann die Person die Bürste halten, braucht aber mehrfach Aufforderungen, muss der Ablauf gelenkt werden oder wird das Putzen nicht zu Ende geführt, ist das etwas anderes als „vollständig selbständig“.
Modul 5 · 20 %

Krankheits- und therapiebedingte Anforderungen

Hier geht es um ärztlich angeordnete Maßnahmen, die voraussichtlich mindestens sechs Monate erforderlich sind und bei denen Hilfe durch andere nötig ist.

Medikation, Messungen, Hilfsmittel

Wie viele Hilfemaßnahmen aus Medikation, Injektionen, Messungen, Sauerstoff, Einreibungen oder körpernahen Hilfsmitteln fallen insgesamt an?

Wundversorgung & Therapien zu Hause

Verbandwechsel, Stoma, Katheter/Abführmethoden oder Therapiemaßnahmen in häuslicher Umgebung.

Arzt- und Therapiebesuche

Trage nur regelmäßige Termine ein, bei denen Begleitung/Hilfe erforderlich ist.

Therapiebedingte Verhaltensvorschriften

Wie selbständig werden notwendige Regeln eingehalten, z. B. Diät, Schonung oder andere ärztlich vorgegebene Verhaltensregeln?

Modul 6 · 15 %

Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Wie selbständig gelingt es, Tagesablauf, Schlaf, Beschäftigung, Planungen und soziale Kontakte zu gestalten?

Auswertung

Deine Vorbereitung ist fertig

Du bekommst eine orientierende Punktberechnung, einen MD-Gesprächszettel und einen Antragsentwurf.

Orientierende Gesamtpunkte

Gewichtete Modulwerte

Gesprächszettel für die BegutachtungNur deine tatsächlich ausgewählten Angaben und Beispiele.

      
AntragsentwurfKann an die Pflegekasse geschickt oder als Vorlage verwendet werden.

      
Primärquellen

Darauf basiert der Assistent

Rechts-/Informationsstand dieser Seite: 11.09.2026. Der Assistent ersetzt kein Gutachten des Medizinischen Dienstes und keine individuelle Rechtsberatung.